Epidemiologische Studien zeigen, dass 10 bis 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen klinische oder subklinische Symptome einer psychischen Störung aufweisen. Ausserdem ist rund die Hälfte aller Erwachsenen mit psychischen Störungen bereits im Jugendalter erkrankt.

(Quelle Internet)

  • Tabak: Im Jahr 2018 rauchten in der Schweiz 6% der Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren. Im Jahr 1994 waren es noch 18%.
  • Alkohol: Im Jahr 2018 tranken in der Schweiz 32% der Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren mindestens gelegentlich Alkohol. 4,3% haben sich mindestens zweimal in ihrem Leben richtig betrunken gefühlt.
  • Cannabis: Im Jahr 2018 haben in der Schweiz 8% der Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 15 Jahren in den letzten 30 Tagen Cannabis konsumiert.
  • Bildschirmkonsum: Am Wochenende verbringen die 11–15-jährigen im Schnitt 7.4 Stunden pro Tag an einem Bildschirm (TV, Computer, Tablet, Smartphone). Unter der Woche sind es 4.4 Stunden.
  • Mangelnde Bewegung: Nur 44 % der Kinder und Jugendlichen bewegen sich an mehr als fünf Tagen pro Woche. 56 % bewegen sich weniger.
(Quelle bag.admin.ch)

In der modernen Gesellschaft wächst der Druck auf alle Mitglieder – egal ob gross oder klein.

Besonders für Kinder ist die heutige Welt in vielen Fällen geprägt von Hektik, Stress und einem gewissen Leistungsdruck in Schule und Familie.

Die Digitalisierung in Form von Smartphones, Computer und Netflix nehmen schon bei den Kleinsten einen immer grösseren Stellenwert ein. Die Konsequenz: Viele Kinder haben den Bezug zum Spielen und dem kreativen Ausdruck darin verloren.

Schlaflosigkeit, Überreizung und das Tempo der heutigen Gesellschaft tun ihr Übriges. Treten dann unerwartete und teilweise sogar traumatische Erlebnisse wie zum Beispiel die Trennung der Eltern oder der Verlust eines geliebten Grosselternteils ein, zerbrechen immer mehr Kinder daran.

Die Kunsttherapie bietet Kindern eine Möglichkeit, gegen die Folgen dieser Belastungen aktiv vorzugehen.

Sie bringt das zum Vorschein, was oft verborgen bleibt: Die Emotionen der Kinder.

Bei dieser Therapieform liegt der Fokus ganz klar auf dem künstlerischen Ausdruck des Individuums. Malen mit Stift oder Pinsel, Formen mit Ton oder Arbeiten im Sand aber auch Szenen spielen mit Puppen und zusätzlichen Materialien führen zu kreativen Prozessen und bringen viele der versteckten Gefühle zum Vorschein. So kann Heilung stattfinden.

Kindern, die traumatische Erlebnisse in ihrem Leben erfahren haben, fällt es schwer den Schmerz oder die Empfindungen konkret in Worte zu fassen. An diesem Punkt greift die Kunsttherapie für Kinder an: Die Kleinen können in dieser gestalterischen Therapieform spielerisch Linderung erfahren und gemeinsam mit einem Therapeuten oder einer Therapeutin den Weg des kreativen Ausdrucks und der Verarbeitung beschreiten. Sie können ihre eigene Geschichte malen oder mit Puppen nachvollziehen.

Wenn die Kinder etwas mit ihren Händen und Farbe oder einem anderen Medium erschaffen, dann lassen sich unbewusste Gefühle abbilden. Dieser Prozess ist dicht mit der Selbsterfahrung des Kindes verknüpft. Die Kreativität und die Gestaltungsmöglichkeiten des jeweiligen Kunst-Mediums geben Raum für die Selbstentfaltung. In der Kunsttherapie werden dem Erschaffenden keine Grenzen gesetzt. Kinder und Jugendliche erleben dadurch zusammen mit dem Kunsttherapeuten oder der Kunsttherapeutin, wie sie mit Problemen und belastenden Situationen im Alltag umgehen können.

Ziel ist es, den Kindern durch den künstlerischen Prozess zu vermitteln, dass sie diese Situationen von unterschiedlichen Blickwinkeln aus betrachten und so verändern können.

Träume, Wünsche und Emotionen werden durch Farbe und Form vermittelt.

Ein verschlossenes Kind, das sich von seiner Aussenwelt abgekapselt hat, kann mit der Kunsttherapie wieder in Kommunikationsstrukturen mit seinem Umfeld eintreten. Wenn dieser Schritt getan ist, kann das Problem verarbeitet werden:

Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein sowie das eigenständige Handeln werden entwickelt und gefördert.

In der Kunsttherapie gibt es die verschiedensten Möglichkeiten, einen Zugang zur inneren Welt der Kinder zu finden. Dazu gehören zum Beispiel:

Märchen oder Fantasiereisen, die das Kind gestalterisch vertiefen und verändern kann, je nach seinen Bedürfnissen.

Durch Verkleiden und Masken kann das Kind in andere Rollen schlüpfen, eine andere Identität annehmen.

Mit dem Puppenspiel (Handpuppen oder Erzählfiguren) kann das Kind Geschichten erzählen oder Erlebnisse nachspielen.

Zentral steht bei allen Methoden immer die Freiheit der Entscheidung:

Das Kind soll seine Themen selbst finden.

Das fördert den bewussten sowie den unbewussten Umgang mit Problematiken, die sich im Kind angestaut haben. Nur so kann sich die Tür zum Innersten des kleinen Klienten öffnen.

Für mich ist es wichtig, die Phantasie der Kinder anzuregen damit sie in den gestalterischen Prozess eintreten können.

In der Kunsttherapie mit Kindern arbeite ich also mit den unterschiedlichsten Methoden, Übungen und Ansätzen.

Um der Fantasie keine Grenzen zu setzen und den kreativen Prozess so gut wie möglich zu unterstützen, kommen dabei die unterschiedlichsten Materialien zum Einsatz:

  • Stifte und Papier
  • Farbe, Pinsel, Hände und grossformatiges Papier
  • Ton, Gips oder Pappmaché, Knete
  • Naturmaterialien wie Blätter, Holz oder Steine
  • Sand, Legematerial
  • Handpuppen, Erzählfiguren

Generell sind der Fantasie bei der Auswahl der Materialien, ebenso wie bei der Themenwahl, keine Grenzen gesetzt:

Das Kind soll sich in der Kunsttherapie vollkommen frei entfalten können. Es soll sich wohl fühlen und Vertrauen gewinnen.

Ich versuche allerdings immer, auf die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben des einzelnen Kindes einzugehen. So können die grössten Erfolge verzeichnet werden.

Kunsttherapie ist für die unterschiedlichsten Kinder-Typen sinnvoll und kann in vielen schmerzlichen Situationen gezielt Linderung verschaffen.

Sie kommt derzeit bei diesen Auffälligkeiten zum Einsatz:

  • Probleme in der Schule
  • Ängste
  • Soziale Probleme, Schüchternheit
  • Essstörungen
  • Sinnlosigkeit, Depression
  • Innere und äussere Unruhe

Viele dieser Zustände werden heute durch die unterschiedlichsten Ereignisse wie zum Beispiel den Tod eines geliebten Angehörigen oder auch die Trennung der Eltern hervorgerufen.

Aber auch Schreckensnachrichten in den Medien, welche mit dem Kind nicht besprochen werden, können eine Ursache sein.

Wenn Sie Auffälligkeiten bei ihrem Kind bemerken, oder diese in der Schule angesprochen werden, scheuen sie sich nicht, Kunsttherapie in Anspruch zu nehmen.